Poitou-Esel

der Familie Ellermann

Harke Jetzt geht´s zurück
Manchmal kündigen sich Zeitwenden mit einem lauten Knall an. Wie beispielsweise der große Meteoriteneinschlag vor zig Millionen Jahren, der wahrscheinlich nicht nur die Dinosaurier ausgerottet, sondern auch das ganze Leben auf unserem Planeten nachhaltig verändert hat. Doch die meisten großen Veränderungen geschehen schleichend. Auf einmal hat sich die Welt gewandelt und niemand kann mehr sagen, wie es dazu kam. Wann und wie fing es an?
Es gibt sie, die kleinen und versteckten Signale, dass etwas im Fluss ist, dass eine Veränderung ansteht. So war beispielweise vor einigen Tagen in den Zeitungen eine klitzekleine Meldung zu lesen, dass der stetig steigende Ölpreis gravierende Auswirkungen in Zentralanatolien hat. Da sich viele Bauern den Treibstoff für ihre Traktoren nicht mehr leisten können, halten sie es nach alter Väter Sitte und setzen auf ihren Feldern Esel ein. Nun hat dieser Esel-Trend allerdings dazu geführt, dass sich die Preise für die grauen Langohren in nur einem Jahr weit mehr als versechsfacht haben. Die Anzahl der Tiere hat sich im selben Zeitraumnahezu verdoppelt.
Und was hat das jetzt alles mit uns im Herzen Europas zu tun? Anatolien ist weit und Esel sind - zumindest auf deutschen Feldern und Äckern - weit und breit nicht zu sehen. Aber ist nicht vielleicht genau das der alles entscheidende Fehler im Bild? Da die Ölreserven immer weniger werden und der Preis stetig steigt, ist es doch nur eine Frage der Zeit, bis auch hierzulande die ersten Traktoren wegen Spritmangel stehen bleiben. Das Geschrei wird groß sein. Denn nicht nur, dass in Deutschland ein eklatanter Esel-Mangel herrscht, schwerwiegender ist der Mangel an Menschen, die wissen, wie man ohne Maschinenhilfe die Felder bestellt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt werden sich die Kräfteverhältnisse umkehren. Wir in der Ersten Welt werden auf Entwicklungshilfe aus der Dritten Welt angewiesen sein - denn dort hat man nie verlernt, mit Eseln umzugehen.
Die Moral von der Geschicht? Wer heute schlau ist, investiert nicht in Öl, Aktien oder Gold. Ochsen und Esel sind das Investitionsobjekt der Zukunft mit garantierter und dauerhafter Wertsteigerung.

Quelle: Auto Clup Europa Heft 10 15.Oktober.2008
Autorin: Martina Glücks Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Jetzt geht`s zurück

Facebook